Lehrer:innenwerkstatt

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Ausgangslage

Der schulische Alltag ist geprägt von hoher Komplexität, Zeitdruck und emotionalen Anforderungen. Lehrpersonen bewegen sich täglich im Spannungsfeld von Unterricht, Beziehungsarbeit, strukturellen Vorgaben und unvorhersehbaren Situationen. Diese Verantwortung wird auf vielen Ebenen getragen – oft mit wenig Raum für Entlastung und Reflexion.

Gegen eine Verkürzung von Bildung auf messbaren Wissens- und Kompetenzerwerb erhebt der Soziologe Hartmut Rosa seit vielen Jahren Einspruch. In seinen Arbeiten zu Resonanz und Unverfügbarkeit beschreibt er Bildung als einen Prozess von (Selbst-)Bildung, Persönlichkeitsentwicklung und Weltbeziehung.

Kinder sind keine Fässer, die gefüllt werden müssen, sondern Fackeln, die es zu entzünden gilt.

Im klassischen Dreieck von Lehrperson, Lernenden und Stoff gerät Beziehung dabei leicht in den Hintergrund. Lernen verliert an Resonanz, wird anstrengend und brüchig. Vor diesem Hintergrund braucht Schule Räume, in denen Beziehung, Präsenz und innere Beteiligung wieder zentral werden.

Ziel der Fortbildung

Die neunmonatige Fortbildung wurde vor diesem Hintergrund entwickelt. Sie richtet sich an Lehrpersonen und pädagogische Fachkräfte, die ihren schulischen Alltag bewusster, tragfähiger und selbstwirksamer gestalten möchten – ohne zusätzliche Überforderung.

Die Fortbildung bietet einen verlässlichen Rahmen, um innezuhalten, eigene Haltungen und Reaktionsmuster zu reflektieren und Handlungsspielräume zu erweitern. Im Zentrum steht die Stärkung von Selbstführung, Beziehungsgestaltung und Resilienz.

Ausgehend von einer traumsensiblen und nervensystemorientierten Haltung werden Teilnehmende darin unterstützt, innere Zustände bewusster wahrzunehmen, Stressreaktionen besser zu verstehen und auch in herausfordernden Situationen regulierend und handlungsfähig zu bleiben.

Arbeitsweise

Die Fortbildung ist praxisnah, erfahrungsbasiert und prozessorientiert angelegt. Sie verbindet:

  • achtsamkeitsbasierte Übungen
  • Atem- und Körperarbeit
  • systemische und ressourcenorientierte Zugänge
  • kunstanaloge Methoden

Reflexion, Austausch und der Transfer in den schulischen Alltag sind zentrale Bestandteile.

Für wen die Fortbildung gedacht ist

  • Lehrpersonen und pädagogische Fachkräfte aller Schulformen
  • Lehramtsstudierende
  • Teams und Kollegien im schulischen Kontext

Was die Teilnahme bewirken kann

Die Fortbildung unterstützt Lehrpersonen dabei,

  • mehr innere Ruhe, Klarheit und Selbstwirksamkeit zu entwickeln
  • eigene Stress- und Reaktionsmuster besser zu verstehen
  • präsenter und sicherer im Schulalltag zu agieren
  • Beziehung bewusst und differenziert zu gestalten
  • auch unter Druck handlungsfähig und zugewandt zu bleiben

Zugleich entsteht Raum für kollegialen Austausch, gegenseitige Unterstützung und nachhaltigen Transfer in die Arbeit mit Schülerinnen und Schülern.

Format und Ablauf

Die Fortbildung ist schuljahresbegleitend über neun Monate angelegt und hybrid konzipiert. Sie umfasst:

  • einen Auftaktworkshop in Präsenz
  • monatliche Online-Module
  • begleitende Praxisphasen
  • einen Abschlussworkshop

Anpassungen an schulische Kontexte oder Teams sind nach Absprache möglich.